Stadelverschlag

Nutzung:

Der Lattenverschlag im Stadel diente zur Aufbewahrung von Werkzeugen und Geräten, gleichzeitig war hier die Werkstatt des Bauern, um das Betriebsinventar zu warten und instand zu halten.

Beschreibung:

Der Verschlag liegt gleich links am vorderen Stadeltor und ist vom Stadeltenner aus durch eine Türe zugänglich. Soweit die Seitenwände nicht durch die Außenmauern der Scheune gebildet werden, ist der Raum, der eine Länge von 4,60 m und eine Breite von 3,35 m aufweist, lediglich durch Holzlatten vom Stadel abgegrenzt.

Ausstattung:

Im Stadelverschlag wurden teilweise kleinere Geräte aufbewahrt, die der Landwirt für seine Arbeit auf dem Feld brauchte, z. B. Sicheln, Sensen, Rechen und Gabeln. Auch Werkzeuge für die Waldarbeit und für die Holzbearbeitung hob man hier auf, wie Baumsäge, Spannsäge, Axt, Keile, Zimmererbeil und Dechsel (Querbeil). Schnitzmesser und Schnitzbank (Heinzelbank) waren unentbehrlich, wenn z.B. Gabel- und Rechenstiele repariert oder eine "Wagenleixen" (Stützholz zwischen Achse und oberem Leiterholm beim Leiterwagen) erneuert werden musste. Auf der Schnitzbank sitzend, konnte der Bauer mittels eines mit dem Fuß zu bedienenden Tretholzes das Werkstück festklemmen und hatte so beide Hände zum Schnitzen frei. Für derartige Reparaturen befindet sich auch ein kleines "Ersatzteillager" im Stadelverschlag, z.B. verschiedene Wagenräder aus Holz, Leixen, Wagenachsen usw. Weitere Werkzeuge zur Wartung des übrigen Gerätebestandes waren der Dengelstock und der Dengelhammer, die zum Dünnklopfen und damit Schärfen der Schneide des Sensenblattes dienten. Ebenfalls zum Schärfen von Werkzeugen wurde auch ein Schleifstein benutzt. Schließlich ist auch noch sonstiges Werkzeug für kleinere Reparaturen vorhanden.