Kuhstall

Nutzung:

Der Kuhstall diente zur Unterbringung der Rinder (Bulle, Ochsen, Kühe, Kälber). Da es im Stall warm war, wurde im Winter hier aber auch gewaschen.

Beschreibung:

Der 92 qm große Stall war durch drei Türen - vom Hof, von der Remise und von der Scheune aus - zugänglich und wird von fünf Fenstern belichtet. Der Fußboden ist aus Ziegelsteinpflaster gefügt. Die Tiere standen in zwei Reihen quer zum First an langen Futtertrögen ("Barren"), wobei sich zwischen Wand und einem Trog ein Futtergang befindet, der andere Trog dagegen unmittelbar an der Wand angebracht ist. Die gemauerten Wände sind weiß gekalkt. Der Kuhstall hat ein sog. Schienengewölbe, auch "Preußisches Gewölbe" genannt, das von drei Eisenstützen getragen wird; diese Technik löste gegen Ende des 19. Jahrhunderts allmählich das sog. Böhmische Gewölbe ab.

Ausstattung:

Im Kuhstall finden sich alle Gerätschaften, die zur Rinderhaltung und -nutzung erforderlich waren: Zur Heranschaffung des Futters dienten Karren und Kerm (Tragekörbe). Das Einstreuen des Strohs, das vorher mit dem Strohschneider kürzer geschnitten wurde, oder - wenn dieses knapp war - des aus dem Wald geholten Laubstreus oder des "Grasslerts" (beim Bauschenmachen sich ergebende kleine benadelte Zweige) erfolgte mit der Gabel. Zum Ausmisten wurden Mistkrucke, Mistgabel und Mistkarren verwendet. Für die Milchgewinnung sind Melkschemel, Melkkübel und Milchkannen vorhanden. Zum Einspannen werden Stirnjoche ("Goch") und Kummete gezeigt: Die aus gepolsterten Holzbügeln bestehenden Stirnjoche, die nur für Rinder Verwendung fanden, wurden dem Zugtier auf die Stirn gelegt und meist mit Riemen an den Hörnern befestigt. Mit den am Joch befestigten Zugseilen konnte das Tier dann angespannt werden. Das Kummet dagegen wurde dem Tier um den Hals gelegt. Schließlich sind im Kuhstall auch noch Gegenstände zum Waschen wie Waschtisch, Waschbretter, Bürsten und Kernseife zu sehen, da im Winter hier gewaschen wurde.