Schlotkammer

Nutzung:

Der Raum, der genau über der unteren Küche liegt, diente manchmal als Küche für die Austrägler, wenn diese im Obergeschoss wohnten; er wurde deshalb auch als "alte" oder "obere" Küche bezeichnet. Ansonsten wurde das Zimmer als trockener Vorrats- und Abstellraum genutzt, bei Raumnot manchmal auch als Schlafplatz für eine Magd.

Beschreibung:

Der knapp 13 qm große Raum mit einem Fenster und Bretterfußboden wird im Mittelbereich durch den hier durchführenden Kamin der unteren Küche sehr eingeengt. In der Nische zwischen diesem Kamin und der Türe befindet sich der offene Schlot der oberen Küche. Er war Rauchabzug auch für den Ofen der danebenliegenden oberen Stube. Dieser Ofen wurde als Hinterlader früher von hier aus durch ein (jetzt zugemauertes) Schürloch beheizt. Wie in der Küche des Erdgeschosses, konnte man durch Einschieben von Häfen ins Schürloch kochen oder auch auf dem Pflaster unmittelbar unter dem Schlot ein offenes Feuer anzünden, um in einem Hafen auf einem Dreifuß Essen zuzubereiten.

Ausstattung:

Entsprechend dem Nebenzweck der Schlotkammer als Schlafraum befinden sich am Fenster eine Dienstbotentruhe und eine einfache Bettstatt als - wegen des durchführenden Kamins - warmer Schlafplatz für eine Magd. Das Bett ist - wie alle Betten im Hof - mit einem Strohsack ausgestattet, der auf einem einfachen Bretterboden liegt. Dann folgen Unterbett, Oberbett und Kissen mit Federfüllung. Solch ein komplett eingerichtetes Bett war früher ein wertvoller Besitz und entsprach z. B. im 18. Jahrhundert dem Wert eines Pferdes, wobei vor allem Bettwäsche und Federn den Wert ausmachten. Insgesamt stellten damit die Betten im Haus einen erheblichen Wert dar, waren doch z. B. nach dem Übergabevertrag von 1781 "drei Pöthstätten, zwei Ehehaltenpöthe und ein Ehepöth" am Kipferlerhof vorhanden.