Obere Stube

Nutzung:

Im Laufe des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die sog. "Obere Stube" im Mittelfränkischen, einschließlich der Altmühlalb, bei stattlichen Bauernhäusern, wobei man sie sehr oft erst nachträglich in zuvor unausgebaute Obergeschosse einbaute. Als "Schöne Stube" war sie mit den modernsten und wertvollsten Möbeln ausgestattet, wurde aber nur bei festlichen Anlässen oder als Gästezimmer genutzt. Allerdings konnte die obere Stube auch als Austragsstube oder als Schlafzimmer eingerichtet sein, in dem das Bauernehepaar und die kleineren Kinder schliefen.

Beschreibung:

Der etwa quadratische, 22 qm große Raum hat vier Fenster und besitzt einen Dielenfußboden. An den Wänden und der Decke ergab die Befunduntersuchung 17 Farbschichten. Die jetzige Raumgestaltung entspricht der 8. Farbfassung: Auf den dunkelgrauen Sockel folgt nach einem dunkelblauen Trennungsstrich die hellblaue Wandfläche, die mit einer wiederum dunkelblauen Borde zur weißen Decke abgegrenzt ist.

Ausstattung:

Bunt bemalte Bauernmöbel fehlen hier, sie waren ab etwa 1870 unmodern geworden. An ihre Stelle trat einfaches, mit brauner Öl - oder Leimfarbe bemaltes Mobiliar; die Maltechnik orientierte sich vielfach an städtischen Furnier - und Einlegemöbeln und versuchte durch Holzstrukturimitation (Maserierung) von wertvollen ausländischen Hölzern einen Hauch von Luxus ins Bauernhaus zu bringen. Die obere Stube ist mit entsprechenden Möbeln ausgestattet, die alle vom Kipferlerhof stammen und vermutlich " Kammerwagenmöbel" bei der Heirat von Josef Albrecht und Walburga Hessenhofer im Jahre 1891 waren: mit einem Doppelbett, zwei Schränken, einer Glaskommode und einem ovalen Tisch. Zur Heizung diente ein kleiner gusseiserner Ofen, der den ursprünglichen von der oberen Küche heizbaren "Hinterlader" ersetzte.