Altmühl-Jura-Haus

Beschreibung:

Der Kipferlerhof in Hofstetten ist ein typisches Altmühl-Jura-Haus. Diese Bauweise ist geprägt vom Material, das in nächster Nähe gewonnen werden konnte: Aus Kalkbruchsteinen mauerte man die massiven Hauswände. Der Löschkalk für Mörtel, Wandputz und Wandfarbe wurde aus heimischen Kalksteinen gebrannt. Die Balken für Decken und Dachstuhl holte man aus den umliegenden Wäldern. Und - als wesentlichstes Kennzeichen der Jura-Bauten - das Dach ist mit Kalkplatten (sog. Legschiefer) gedeckt, die in den Plattenbrüchen der Altmühlalb gebrochen wurden. Damit die lose aufgelegten Dachplatten nicht abrutschten, hatten die Dächer eine flache Dachneigung (ca. 27 bis 30 Grad). Ein kräftiger Dachstuhl war erforderlich, um die schwere Dachdeckung zu tragen. Zum typischen Erscheinungsbild des Jura-Hauses gehörte außerdem ein geringer Dachüberstand und kleine Fensteröffnungen.

Verbreitung:


Die Verbreitung des Jura-Hauses hängt von der Entfernung zu Plattenkalksteinbrüchen ab. Plattenkalke stehen vor allem um Solnhofen und Eichstätt, aber auch bei Riedenburg und Kelheim an. Die Kalkplattendeckung ging deshalb im Mittelalter sowohl vom westlichen Abbaugebiet (Solnhofen/Eichstätt) als auch vom östlichen (Riedenburg/Kelheim) aus. Beide Bereiche wuchsen im 18. und 19. Jahrhundert zwar zusammen, doch waren dazwischen bei Kinding, Kipfenberg und Beilngries auch noch Steildachhäuser üblich. Moderne und billigere Dachziegel haben heute aber nahezu überall die landschaftstypischen Legschieferdächer weitgehend ersetzt. Durch ein Sonderprogramm zur Erhaltung wertvoller Jurahäuser bemühen sich jedoch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, der Bezirk Oberbayern und der Landkreis Eichstätt um die Sicherung der für die Altmühlalb charakteristischen Jurahäuser.