Tenner

Nutzung:


Tenner (Denna) wird in der Altmühlalb der untere Hausflur genannt. Das Wort "Tenner" bedeutete ursprünglich wohl "festgeklopfter Lehmboden" (verwandt damit ist das Wort "dengeln") und dann auch Boden in der Scheune, auf dem gedroschen wird (Stadeltenner), und Boden im Gang eines Hauses (Haustenner); eine andere Deutung leitet "Tenner" vom Wort "Tanne" ab, da dafür früher Bretter aus Tannenholz verwendet worden seien. Der Tenner erschließt von der Haustüre aus das Erdgeschoss des Hauses, wobei diese Erschließung an der mittleren und unteren Altmühl meist von der Giebelseite erfolgt, in Hofstetten allerdings - wie manchmal bei stattlichen Bauernhäusern unserer Gegend - von der Traufseite aus.

Beschreibung:


Den ca. 1,70 m breiten und etwa 7 m langen Tenner betritt man vom Hof aus durch die Haustüre, deren eichener Türstock noch original erhalten war, während die Türe selbst eine Neuanfertigung ist. Der Tennerboden ist mit Steinplatten belegt, die Wände und die Decke sind weiß ausgemalt, wie es auch die Befunduntersuchung ergab, bei der hier 23 nur leicht verschiedene Fassungen in Weiß mit unterschiedlichen Sockelabfassungen festgestellt wurden. Die erste Türe rechts führt in die Stube, die Türe dahinter in die Küche; die Türen zur Linken erschließen die Kammer und den gewölbten, bruchsteingemauerten Kartoffelkeller. Am Ende des Tenners liegen die Türen zur "Bodenstiege" (Aufgang zum 1. Stock) und zum Stall.

Ausstattung:


Als "Verkehrsfläche" wurde der Tenner grundsätzlich freigehalten; nur ab und zu waren hier Geräte verwahrt, wie die Sicheln und die von ihnen herrührenden zahlreichen Einkerbungen im Türstock des Kellerabgangs zeigen. Wichtigstes Ausstattungsstück war ein steinerner Wassergrand, der - immer wieder mit Brunnenwasser nachgefüllt - das im Haushalt benötigte Wasser bereithielt.