Stube

Nutzung:

Die Stube war der wichtigste Wohnraum im ländlichen Haus der Altmühlalb; seit dem hohen Mittelalter bis weit ins 19. Jahrhundert war sie meist das einzige heizbare und zugleich rauchfreie Zimmer. Um den Stubentisch versammelte sich Familie und Gesinde zu den Mahlzeiten, und auch nach Feierabend war die Stube Mittelpunkt der Hausgemeinschaft,

Beschreibung:

Der nahezu quadratische, ca. 20 qm große Raum mit vier Fenstern hat einen Dielenfußboden und einen Steinplattenbelag im Ofenbereich. Nach Befunduntersuchungen, die 23 Farbschichten ergaben, wurde die Farbfassung der Stube etwa um 1840/50 (17. Schicht) wiederhergestellt: Über dunkelgrauem Sockel blaugrüne Wandbemalung mit Ornamentabschlussschablone in Ultramarinblau zur weißen Decke hin.

Ausstattung:

Herz der Stube ist der gusseiserne Ofen mit Kachelaufsatz, wie er in weiten Teilen Frankens einschl. der Altmühlalb etwa ab dem 16. Jahrhundert üblich war. Die Originalplatten unseres Ofens tragen die Jahreszahl 1 759 und dürften in der ehemals fürstbischöflichen Eisenhütte in Obereichstätt gegossen worden sein; der Aufsatz wurde mit Kacheln etwa aus dem Jahre 1920 wiederhergestellt, Seitlich am Ofen ist ein runder, gusseiserner Kessel (sog. Höllhafen) eingemauert, der der Warmwasserbereitung diente und aus Schamhaupten stammt (ebenso wie die Kacheln Leihgabe des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim). Ebenfalls an der linken Seite des Ofens befindet sich eine Röhre, in der die "feineren" Speisen zubereitet wurden. Die Heizung des Stubenofens erfolgt von der Küche aus (sog. Hinterlader). Das einfache Mobiliar der Stube stammt weitgehend vom Kipferlerhof selbst: Vordem Herrgottswinkel ein Tisch mit Ahornplatte, als Sitzgelegenheit dahinter eine lange Eckbank und davor einige Stühle. Die Einrichtung wird vervollständigt durch ein "Kanapee" (Sofa), ein Spinnrad, einen sog. "langen Stuhl" (kürzere Bank) vor dem Ofen, eine weitere Bank sowie eine Schlüsselrehm links der Türe und eine Truhenbank rechts davon´.