Speis

Nutzung:

Die unmittelbar von der Küche aus zugängliche Speis diente der Aufbewahrung von Lebensmitteln.  Da der Hof fast alle Nahrungsmittel selbst lieferte (z. B, Mehl, Brot, Milch, Eier, Fleisch, Gemüse, Obst, Honig), war die Vorratshaltung weit umfangreicher als in einem heutigen Haushalt und - in einer Zeit ohne Kühlschrank und Gefriertruhe - auch weit schwieriger.

Beschreibung:

Der 11 qm große Raum mit zwei Fenstern liegt an der kühlsten Stelle des Hauses, da ihn wegen seiner Lage an der Nordwestecke weder die Morgen- noch die Mittagsonne und wegen des nahen Nachbarhauses auch nicht die Abendsonne erreicht.  Aus hygienischen Gründen waren Tür, Decke und häufig auch die Wände gekalkt.

Ausstattung:

Die meisten Lebensmittel des Hofes und auch manche Geräte zu ihrer Zubereitung fanden in der Speis ihren Platz: In dem Hänger an der Decke lagerte luftig das auf Vorrat gebackene Brot.  Auch Gerätschaft zur Hausschlachtung wurde hier aufgehoben: die Fleischbank, das Metzgerbeil und das Wiegemesser zum Zerkleinern des Fleisches für die Würste.  Zum Einsäuern des Fleisches ist in der Speis ein Surfass vorhanden, das im Kamin geräucherte Fleisch und die Würste werden an Haken und Stangen an der Decke aufbewahrt.  Zur Zubereitung und Konservierung des Krautes - in langen Wintermonaten der wichtigste Vitaminspender im bäuerlichen Haushalt von einst finden sich in der Speis Krauthobel, Krautzuber und Krautstampfer.  Für die Herstellung von Butter sind verschiedene Arten von Butterfässern zu sehen.  Ein Behälter aus Blech enthielt den Honigvorrat.  Weitere Lebensmittel konnten in dem großen Speisschrank und in dem Speisschränkchen aufbewahrt werden, sonstiges Küchengerät stellte man auf diese Schränke oder in die Schüsselrehm.