Rossstall

Nutzung:

Der Raum in der Südwestecke des Hauses diente in den letzten Jahrzehnten als Pferdestall. Ob er früher außerdem als Rinderstallung genutzt wurde, müssen noch nähere Nachforschungen ergeben; unwahrscheinlich ist dies nicht, da der Rinderstall im Stadel wohl erst um die Jahrhundertwende entstand, in der Altmühlalb einst Ställe so gut wie immer im Haus lagen und schließlich auch die unterschiedlichen Mauerstärken der Zwischenwände darauf hindeuten, dass der Stall ursprünglich größer war und wahrscheinlich den Raum unter der Treppe, vielleicht auch noch weitere Räume umfasste. Der Pferdestall verblieb jedenfalls auch später im Wohnhaus; das erleichterte die Aufsicht und Versorgung und unterstreicht auch die wirtschaftliche Bedeutung der "Rösser" im Bauernhof.

Beschreibung:

Der nahezu quadratische, ca. 36 qm große Stall besitzt drei Fenster und ist vom Haus aus und vom Hof her zugänglich. Der Stall bietet Platz für vier Pferde, die üblicherweise am Kipferlerhof gehalten wurden; so erwähnt z. B. der Übergabevertrag von 1781 vier Pferde, der Vertrag von 1796 " drei Ross und ein jähriges Füllen " und der Vertrag von 1854 wiederum vier Pferde. Die Pferdestände sind durch halbhohe Bretterwände oder Stangen voneinander getrennt, besitzen Steintröge (Barren) und einen Boden aus Hirnholzpflaster, während der Stall sonst mit Ziegelsteinen gepflastert ist. Eine Abwurföffnung vom darüberliegenden Boden erleichterte die Versorgung der Tiere, eine in die Jauchegrube im Hof führende Urinrinne hinter den Tieren ihre "Entsorgung". Wände, Decke und Türen des Stalles sind gekalkt, eine Arbeit, die der Bauer zur Desinfektion des Stalles alle paar Jahre wiederholte.

Ausstattung:

Sie zeigt u. a. Geräte, die zum Füttern der Pferde (z. B. Halmkrippe, Wasserkübel), zu ihrer Pflege (Striegel, Kardätschen), zum Einstreuen und Ausmisten (Gabel, Besen, Strohschneider, Mistbährn) und zu ihrer Verwendung (Geschirre) notwendig waren