Kammer

Nutzung:


Während die Funktion der übrigen Räume im Erdgeschoss eindeutig feststeht, ist dies bei der Kammer nicht der Fall. Gegenüber der Stube, auf der anderen Seite des Tenners (Flurs), gab es schon im fränkischen Bauernhaus des Mittelalters eine gesonderte Kammer, wie eines der ältesten bekannten bäuerlichen Bauwerke Europas, das Bauernhaus aus Hofstetten aus dem Jahre 1368 (heute im Freilandmuseum Bad Windsheim), beweist. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde diese Einteilung in Mittelfranken meist beibehalten, wobei unter der Kammer häufig der tonnengewölbte Keller lag; dies trifft auch beim Kipferlerhaus zu. Der darunterliegende Keller könnte darauf hindeuten, dass die Kammer möglicherweise ursprünglich ein Vorratsraum war. Später jedenfalls fand die Kammer vielfach als Schlafraum Verwendung. Vom Kipferlerhof ist überliefert, dass der Raum früher überwiegend als Schlafkammer der Bauerseheleute, später auch als Dienstbotenkammer genutzt wurde.

Beschreibung:


Der immerhin 17 qm große Raum mit einem Fenster zum Hof wirkt viel kleiner, weil der rechte Teil vom Überbau des Treppenabgangs zum Keller eingenommen wird. Die Wände, an denen 1 2 Farbschichten festgestellt wurden, sind entsprechend dem Befund der 10. Fassung (um die Jahrhundertwende) in einem kräftigen Hellblau ausgemalt, das zum dunkelgrauen Sockel mit einem violetten Strich und nach oben mit einem violetten Zierband abschließt.

Ausstattung:


Die Ausstattung der Kammer - auch bedingt durch die heutige Funktion als Kassenraum des Museums - besteht aus einem Tisch mit Eckbank und Stühlen sowie zwei Schränken, die in der um die Jahrhundertwende üblichen Maserierungstechnik bemalt sind. Dieses Mobiliar stammt vom Kipferlerhof, lediglich der Schrank links der Türe ist eine moderne Einfügung.