Brunnen

Nutzung:

Vor dem Bau des zentralen Wasserleitungsnetzes in Hofstetten (1952) waren die Bewohner auf ihre eigenen Brunnen angewiesen, aus denen Mensch und Tier versorgt wurde.

Beschreibung:

Der unmittelbar hinter dem Haus liegende Brunnen hat eine Tiefe von rund elf Metern und einen Durchmesser von ca. einem Meter. Der Wasserstand beträgt etwa fünf Meter. Der Brunnenschacht ist in Trockenmauerwerk mit plattigen Kalkbruchsteinen ausgeführt. Zum Herauspumpen des Wassers dienen hölzerne "Brunnendeicher". Ein ca. 5 m langes Stück eines solchen Wasserrohres war im Brunnen noch im Original vorhanden; es bestand aus einem etwa 30 cm dicken Kiefernstamm, der in der Mitte ein 5,5 cm starkes Bohrloch aufwies. Nach diesem Vorbild erneuerte man die Rohrteile des Brunnens, wobei die Anfertigung mit altem, in Hofstetten noch vorhandenem Wagnerwerkzeug durch die Brüder Hans und Franz Buchberger erfolgte: Sie bohrten zwei möglichst astfreie, gerade Kiefernstämme mit einem großkalibrigen, langen Bohrer aus. Der Bohrer, der ein stabiles Querholz zum Drehen hat, wurde am Kern des Stammes angesetzt, ausgerichtet und zog sich durch das Drehen durch die Mitte des Stammes. Außerdem mussten auch die für das Pumpwerk erforderlichen Teile (Pumpzylinder, -gestänge und Kupplungsstück für die beiden Brunnendeicher) vom ortsansässigen Schlosser aus Eisen neu angefertigt werden; die Herstellung des Brunnenbeschlags übernahm der benachbarte Hofstettener Schmied.

Ausstattung:

Um den kunstvoll gemauerten Brunnenschacht und die Holzrohre zeigen zu können, wurde in die Holzbohlenabdeckung des Schachtes ein Deckel eingefügt, den der Museumswart für interessierte Besucher gerne öffnet, Wasserschöpfen nach "Großväterart" ist den Besuchern jederzeit gestattet. Für menschlichen Genuss ist das Brunnenwasser allerdings - nach heutigen Hygienemaßstäben - nicht geeignet; möglicherweise ist es auch früher vor dem Genuss abgekocht worden. Das Brunnenwasser fließt, soweit es nicht in Gefäße geschöpft wird, in einen Trog, der früher auch als Viehtränke diente.