Backofen

Nutzung:

Im Backofen wurde das Brot für die Bauernfamilie und das Gesinde gebacken; auch größere "Sondergebäcke" für Festtage, wie Osterfladen, entstanden hier. In der Regel war bei einem Anwesen von der Größe des Kipferlerhofes alle zwei bis vier Wochen Backtag, wobei in dem Backofen etwa 10-15 Laibe gleichzeitig gebacken werden konnten.

Beschreibung:

Während in manchen Landschaften große Gemeindebackhäuser üblich waren, zogen die Bauern des Altmühljuras einen eigenen Backofen vor, entweder als kleines Häuschen abseits vom Haus oder im Haus (häufig in der Küche) oder auch ans Haus angebaut. Beim Kipferlerhof wird im Kataster seit 1833 ein Backofen ausdrücklich erwähnt, an der jetzigen Stelle ans Haus angebaut erscheint der Backofen jedoch erst bei der Vermessung 1931. Das Backhaus ist etwa 10,5 qm groß und hat ein Pultdach aus Zwicktaschen. Vor der Ofenöffnung springt das Dach etwas vor, so dass man vor der Witterung geschätzt anschüren und backen konnte.

Ausstattung:

Ein Teil der Geräte zum Brotbacken (Brotschaufeln, Ofenkrucken, Ofengabeln) befindet sich neben dem Backofen unter dem Vordach an der Hauswand, der andere Teil, insbesondere der Backtrog, Brotbretter und Brotkörbe aus Stroh, wurden meist auf dem Dachboden aufbewahrt. Bereits einen Tag vor dem Backen brachte man den Backtrog in die Stube und gab Mehl hinein, damit dieses am nächsten Tag bereits warm war. Im Backtrog wurde dann der Brotteig angerührt und geknetet. Die Bäuerin formte anschließend die Laibe aus und ließ sie in Strohkörbchen "gehen". Inzwischen wurde der Backofen angeschürt, nach genügender Erhitzung die Glut mit der Ofenkrucke ausgeräumt und der Ofen feucht ausgewischt. Dann schoss man mit der Backschaufel die Laibe ein und ließ sie backen. Danach wurden sie mit der Backschaufel wieder herausgeholt und auf dem Brotgehänge in der Speis gelagert.