Dachboden II - Abstellraum

Nutzung:

Einen großen Teil des Dachbodens nutzte man als Abstellraum: für Gegenstände, die zeitweise nicht benötigt wurden (z. B. Erntegeräte im Winter, Kinderschlitten im Sommer), für neue Werkzeuge und Geräte, die auf Vorrat angeschafft worden waren, aber auch für alte Sachen, die eigentlich schon ausgedient hatten, zum Wegwerfen jedoch noch "zu schade" waren.

Beschreibung:

Die Geräumigkeit des Speichers wird durch eine Eigenart des Altmühljurahauses erhöht: durch den Kniestock ("Oberstich"). Diese im Altmühlgebiet häufig vorkommenden "kniehohen" Außenwände an den Traufseiten des Dachgeschosses sind für die Erweiterung des Dachraums erforderlich, da das flachgeneigte Legschieferdach viel weniger Dachraum als ein Steildach hat.

Ausstattung:

Der Speicher bietet ein getreues Abbild der Haushaltsund Wirtschaftsführung des Hofes: So ist hier der Backtrog mit Ständer zu finden, der nur zum Brotbacken in die Stube heruntergeholt wurde; daneben liegen Backbretter und Brotkörbe aus Stroh sowie zwei "überzählige" Butterfässer. Auch Hacken, Sicheln, Sensen, Rechen, Gabeln und Dreschflegel wurden hier aufbewahrt, wenn man sie längere Zeit nicht benötigte, ebenso verschiedene Tragekörbe ("Kerm und Kretzen"). Über den Balken hängen einige Bündel Garbstricke, mit denen bei der Getreideernte die Garben zusammengebunden wurden. Für den Brandfall steht - so wie es früher ausdrücklich vorgeschrieben war - ein lederner Löscheimer bereit, mit dem über eine " Eimerkette " das Wasser aus den Brunnen zum Brandort befördert werden musste. Kinderschlitten erinnern an die zahlreiche Nachkommenschaft, die früher aus den bäuerlichen Familien hervorging.