Dachboden I - Getreideboden

Nutzung:

Auf dem Dachboden wurden die Getreidevorräte aufbewahrt. Daneben war der Boden Abstellraum für Geräte und Hausrat, die momentan nicht benötigt wurden. Schließlich fanden hier auch die Tauben im Taubenschlag am Südgiebel Unterschlupf.

Beschreibung:

Der sich über die ganze Gebäudefläche erstreckende, ca. 148 qm große Dachraum ist über eine einläufige Treppe vom Rossstallboden erreichbar. Belichtet wird der Raum von je zwei kleinen Fenstern in den Giebelseiten. Der Fußboden besteht aus Holzbohlen, den oberen Abschluss bildet das Legschieferdach, das auf einer Hanikkellattung aufliegt; eine Schalung ist nicht vorhanden, da die starke Kalkplattendeckung gut isoliert. In den Dachraum münden die Schlote von der unteren und der oberen Küche, um sich hier zu vereinigen und als einziger Schornstein übers Dach zu führen. Auf dem Dachboden befindet sich auch eine Vorrichtung zum Aufziehen von Getreidesäcken: Dazu musste man die Aufzugsluke im Nordgiebel öffnen und den Aufzugsbalken, in dem das Aufzugsseil geführt wurde, durch die kleine Öffnung darüber hinausschieben; durch Drehen des zwischen Kamin und Treppe stehenden Holzpfostens konnte man das Aufzugsseil auf oder abwickeln und dadurch Säcke von der Straße vor dem Haus ins Dachgeschoss ziehen.

Ausstattung:

Entsprechend der vorwiegenden Nutzung als "Droiboden" befinden sich am Dachboden Gegenstände, die mit der Aufbewahrung der Getreidevorräte zusammenhängen. Gezeigt werden z. B. schön beschriftete Getreide- und Mehlsäcke, Getreidemaße und Getreidesiebe ("Reitern"), eine Dezimalwaage, ein Sackkarren sowie ein Tragring, der zum Tragen von schweren Säcken durch zwei Personen diente.